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README
Auf ihrem Sofa lümmeln die Herren Herren Praschl, Knecht und Frank und Frau Schaum gemütlich rum, gucken fern, lesen Zeitung, leben so vor sich hin und posten, was sie von alle dem halten. Wenn gerade Werbung ist, komme ich fleißiges Lieschen mit meinem Beistelltischchen vorbei und bringe frische Erdnüsse und Limo. In der Zwischenzeit schaue ich der Dame und den Herrn bei ihren Übergangsriten zu und notiere, was das eigentlich so ist, dieses Bloggen.
In und mit diesem Blog entsteht meine Seminararbeit für das Seminar Weblogs (=Blogs) und literarische Medien - Tagebücher: Subjektivitätskonstruktionen in der Neuen Medien-Kultur seit ca. 1980 . Ich will hiermit das Weblog Sofa - Rites de Passage anhand von, sagen wir mal, 10-20 Einträgen analysieren. Mal schauen, was dabei rauskommt.
Wie man sieht, ist das ganze jetzt fürs erste mal abgeschlossen. Nicht, weil es nichts mehr zu tun gäbe, sondern weil irgendwo mal ein Schlussstrich gezogen werden muss. Das Gute an einem Blog ist aber: alles kann und wird (vielleicht) noch überarbeitet werden. Das Spannende für mich war ja gerade, hier auch Unausgegorenes aufzutischen und das Enstehen einer Arbeit zu zeigen. Über jede Anregung, wo noch nachzuwürzen ist, was noch abgeschmeckt gehört, freue ich mich sehr.
Dieser Eintrag README soll immer ganz oben stehen bleiben (was bei myblog.de relativ einfach zu machen ist) und dem User dieses Blogs (oder ist man Leser eines Blogs? Rezipient eines Blogs?) die Orientierung hier erleichtern, sollte die Doppelstruktur zeitliche Abfolge und thematische Gliederung mit Querverweismöglichkeiten via Links anfangs (nicht nur mich) überfordern. Zusätzlich dazu gibt es noch Gliederung, einen Meta-Post, der die anderen Posts thematisch fein strukturiert verlinkt. Es ist wohl sinnvoller, dieser Ordnung zu folgen, als die einzelnen Postings ihrer zeitlichen Abfloge nach zu lesen.
Unter der Kategorie Ablösungsphase sammle ich sämtliche Postings, die im engeren Sinn nicht zur fertigen Arbeit gehören, sondern deren Entstehung dokumentieren. Zwischenphase versammelt Posts, in denen die Analyse selbst abläuft, Integrationsphase präsentiert dann die daraus gezogenen Schlüsse oder (viel wahrscheinlicher) die ungelösten Fragen. Rückkoppelung gehört auch nicht so wirklich zur Arbeit selbst und beschäftigt sich mit Problemen, die das Arbeiten in der Blogform mit sich bringt. Material schließlich sammelt mal sämtliche Links, die vielleicht im Laufe der Arbeit noch nützlich sein könnten.
Nebenher führe ich das ganze auch noch als Word-Dokument mit, wie es sich trotz allen digital lifestyles gehört.
Also, rückt ihr da hinten mal bisschen zusammen auf der Couch, schnapp du dir’n Keks, setz dich hin und bleib ein bisschen im Wohnzimmer Blogosphere. Ist alles noch ganz neu hier, kannst du mit einrichten, wenn du dich mal zurechtgefunden hast.
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Nachdem sofa jetzt ein neues Layout hat, stimmt vieles im Post "Oberfläche" nicht mehr ganz genau. Dafür ist sofa jetzt noch schöner geworden.
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UMGEBUNG
weitere Blogs von/mit Peter Praschl
abb., Blog für Fotos und Geschichten
empire, Adorno-Lesegruppe
Facilities, Sights, People, Food, Bed, eine Art Online-Reiseführer
2 oder drei dinge, wie wir über weblogs wissen, Meta-Blog
Blogroll
sehr viele Antville-Blogs
diverse Blogs
Comments
sehr viele verschiedene Kommentar-Schreiber, meist selbst Blogger, zu großen Teilen auf der Blogroll vertreten.
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FRAGEN
Wie würden die Ergebnisse abweichen, hätte man nicht 10, sondern 20, 30, 300 Einträge analysiert? Gibt es eine Zahl von Einträgen, ab der man behaupten kann, sämtliche Aspekte von Sofa erfasst zu haben?
Besteht sofa überhaupt aus sämtlichen Einträgen, oder eben nur aus den letzten 10? Aus dem allerletzten?
Wird eine Analyse, die zwangläufig mehrere Einträge behandeln muss, als wären sie gleichzeitig, dem Charakter eines Blogs überhaupt gerecht? Kommt nicht die zeitliche Abfolge, der Fluss des Blogs ins Ungleichgewicht mit dem anderen, dem thematischen Gliederungsprinzip eines Blogs? Wie ließe sich das vermeiden?
Gibt sofa einen Einblick in das Leben der biographischen Person Peter Praschl (und der anderen AutorInnen), wie es wirklich war? Liest man es, als wäre es authentisch (im Gegensatz zu fiktiv)?
Koppelt das Blogen auf das Leben Peter Praschl zurück? Ist er ein anderer, weil er blogt?
Ist die vorgeschlagene Typologie (Typ A Einträge mit medial vermitteltem Inhalt vs. Typ B Einträge mit privatem, primärem Inhalt) haltbar/sinnvoll?
Ist die Überzahl der Einträge vom Typ A nur in den 10 anlaysierten Einträgen so eklatant? Kommt die Scheu, Privates zu blogen, von der Furcht, Tagebucheinträge zu verfassen? Würden wichtige biographische Einschnitte (Heirat, Kinder...) im Blog thematisiert werden, und wenn ja wie?
Hat das "ich", das immer explizit in den Bewertungen der Sachverhalte auftaucht, etwas mit der Stimme/dem Sound/dem Subjekt von sofa zu tun? Ist das der Grund, warum man jeden Tag jeder Tag wieder auf sofa landet? Dass hier ein "ich" sich ausspricht, dem man zuhören will? Dass man wissen will, wie das weitergeht?
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ERGEBNISSE
(Dass 10 Einträge kein repräsentatives, sondern ein verzerrtes Bild eines Weblogs abgeben ist mir bewusst, das selbe ließe sich aber auch über 20, 30 oder 300 Einträge sagen. Irgendwo muss man eine Grenze ziehen. Die folgenden Aussagen beziehen also auf genau die 10 Beiträge, die ich untersucht habe, und stellen nicht den Anspruch darüber hinaus Gültigkeit zu besitzen.)
Verallgemeinernd lässt sich sagen
Jeder Eintrag behandelt genau ein Thema.
Die behandelten Sachverhalte werden nicht lange ausgeführt, meist werden sie nur kurz genannt, eine Bewertung der Sachverhalte ist meistens nur indirekt (zB durch die Kategorie, der der Eintrag zugeordnet ist) erkennbar, immer jedoch knapp.
Mögliche Typologie
a.) Einträge, die mediale Ereignisse thematisieren
b.) Einträge, die Persönliches/Primäres thematisieren
ad a.)
In der Überzahl.
Die Einträge thematisieren
Fernsehsendungen, Weblogs (hier, hier und hier), Zeitungsmeldungen und Popmusik.
Diese Einträge sind alle nach folgendem Schema formalisierbar:
"DAS habe ich DA gesehen (und finde es SO.)"
Der zweite Teil ("und finde es SO") ist optional, wird oft nicht explizit gemacht, sondern muss aus dem Kontext (Kategorienname, Zusatzwissen des Lesers usw.) erschlossen werden.
Auffällig ist auch noch, dass die Bewertung, wenn sie direkt gemacht wird, immer verbunden ist mit "meinetwegen", oder "ich", (auch "da" und "da")
Die Einträge machen also ganz explizit darauf aufmerksam, dass hier ein "ICH" spricht, dass also ganz persönliche Meinungen geäußert werden.
ad b.)
Einträge, die sich vermutlich auf die primäre, nicht medial vermittelte Lebensrealität der AutorInnen beziehen (wie dieser, dieser und dieser), wie es die Kategorien "Arbeit am Gefühl" und "Empfindsamkeit" dieser Einträge nahe legen, sind nicht so klar wie diejenigen, die sich auf mediale Ereignisse beziehen. Ihr Kontext bleibt offen, genaue Angaben zu tatsächlich vorgefallenen Geschehnissen oder Gefühlen gibt es nicht. Diese Einträge haben auch keine Links.
Überhaupt nicht kommen vor:
klassische Tagebucheinträge (wie "Heute schönes Wetter. Wieder Fischstäbchen gegessen. Mama war böse. Am Nachmittag musste ich Zimmer aufräumen. Mal sehen, ob Mama morgen wieder lieb ist."
Gedankensammlung (wie zB in Abfall für alle )
Herzensergießungen
längere Kommentare/Rezensionen
Es gibt keinen "taping it all-Anspruch" (mit Logbucheinträgen a la Cornflakes gefrühstückt, taz gelesen), es geht den Autoren offensichtlich nicht darum, sämtliche Lebensbereiche zu externalisieren oder zu jedem tagesaktuellem Thema Stellung zu nehmen, sondern nur bestimmte Beobachtungen zu posten, die sie eben für blogwürdig erachten. Der oben vorgeschlagenen Typologie folgend sind dies tendenziell eher Beobachtungen im Bereich der Medien, als im Privatleben.
Eben weil kein Anspruch auf Vollständigkeit besteht, gibt es wohl oft lange zeitliche Pausen zwischen einzelnen den Einträgen, dann mehrere Einträge knapp nacheinander.
Auch zu sofa gehört ein relativ homogene Gruppe von Lesern, die ähnliche Interessen teilen, die meist selbst Blogs führen, und häufig kommentieren, auf sofa verlinken und von sofa verlinkt werden.
Die Welt, die diese 10 Einträge von sofa also entwerfen, das Subjekt, das sich hier into existence schreibt, besteht also vor allem aus dem Raum der Medien, also Fernsehen, Zeitung, Internet und deren Inhalten. Sie beschäftigen sich mit Popmusik, mit Tagesaktuellem wie der Tour de France, mit der Blogosphere. Persönliche Erlebnisse und Befindlichkeiten fließen als Andeutungen ein.
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SPRACHLICHE FORM DER EINTRÄGE
teilweise Groß/Kleinschreibung ignoriert
häufig Ellipsen
allgemein eher knapper, prägnanter Stil, trotzdem auch längere Sätze mit komplexerer Syntax und ausgebauten Satzgliedern, ansonsten eher neutraler, unmarkierter Stil
Einträge in deutscher, englischer und (in den 10 bearbeiteten Einträgen zwar nicht, sonst aber häufig) französischer Sprache
auch nicht standardsprachliche Ausdrücke wie zB dissen
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DER GLÄSERNE ARBEITSPROZESS, FOLGE 2
Um auch das transparent zu machen, ich (versuche zumindest) die einzelnen Einträge nach folgendem Muster zu beschreiben, auf dass das zumindest systematisch-wissenschaftlich aussieht:
Autor (wenn nicht Praschl)
Titel (wenn vorhanden)
kurz: was ist der Eintrag
Eintrag thematisiert was
allfällige spezielle Beobachtung
Links zu
Kategorie (und noch 3 letzte Einträge der selben anlesen, so kommen auch mehr als nur 10 Einträge ins Spiel, gibt hoffentlich etwas runderes Gesamtbild)
bewertet der Eintrag das Geschilderte?
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DER GLÄSERNE ARBEITSPROZESS, FOLGE 1
Arbeite heute auf anderem PC, von dem aus das Word-Dokument "ideen" (vgl. den Post) nicht erreichbar ist, poste deshalb auch erste Ideen/Notizen gleich, nur falls sich wer wundert, weil es heute besonders wirr/unausgegoren ist. Ist blöd, weiß ich, aber im Moment grad nicht zu ändern.
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Eintrag Dienstag, 20. Juli 2004, 08:03
Kritik an der Kritik an Ulle (=Radfahrer Jan Ulrich)
Kritik Ulrichs durch Medien oder im privaten Umfeld?
Link zu Seite mit Höhenprofil der Tour-Etappe
Kategorie "Materialien zu einer Geschichte der Niedertracht" (die letzten drei Einträge dieser Kategorie kritisieren Medienberichte)
bewertet die Bewertung von Jan Ulrich negativ
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